Allgemeine Informationen über übermäßiges Schwitzen
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist das übermäßige, tropfende Schwitzen einer Person selbst in kühlen Umgebungen und im Ruhezustand, da das sympathische Nervensystem mehr Signale (Befehle) als nötig an die Schweißdrüsen sendet.
Primär: Beginnt meist in der Kindheit/Jugend, ist genetisch bedingt, hat keine Grunderkrankung und tritt lokalisiert auf, insbesondere an Händen, Füßen und Achselhöhlen.
Sekundär: Tritt später auf und ist am ganzen Körper verbreitet, bedingt durch eine Schilddrüsenüberfunktion (Kropf), Diabetes, Wechseljahre oder als Nebenwirkung bestimmter Medikamente.
Obwohl es keine medizinische Gefahr darstellt, ist der dadurch verursachte Stress immens. Die Person kann beim Benutzen der Tastatur oder beim Schreiben Papiere durchnässen. Die Vermeidung des Händeschüttelns aus Scham über nasse Hände in sozialen Situationen (Sozialphobie) entwickelt sich häufig. Übermäßiges Schwitzen an den Füßen ebnet auch den Weg für ständige Pilzinfektionen.
Detaillierte Bluttests werden von einem Arzt für Innere Medizin oder Dermatologie angefordert, um Schilddrüsenerkrankungen (T3-, T4-, TSH-Tests), Blutzuckerungleichgewichte und Infektionen, die übermäßiges Schwitzen verursachen, auszuschließen.
In leichten/mittelschweren Fällen werden medizinische Antitranspirant-Sprays mit Aluminiumchlorid verwendet. Der Goldstandard, insbesondere bei Achsel- und Handschwitzen, ist Botox. Das Nervensignal zu den Schweißdrüsen wird durch Botox vorübergehend blockiert. Das Verfahren dauert 10-15 Minuten, und der Patient erlebt für 6 bis 9 Monate völlige Trockenheit und Komfort. Bei Fußschweiß werden auch Iontophorese-Geräte (leichter elektrischer Strom) eingesetzt.
Wenn das Schwitzen der Hände und Achselhöhlen das Leben sehr ernsthaft beeinträchtigt und der Patient eine dauerhafte Lösung wünscht, führt die Abteilung für Thoraxchirurgie eine geschlossene ETS-Operation (Endoskopische Thorakale Sympathektomie) durch. Über ein kleines Loch unter der Achselhöhle werden die überaktiven sympathischen Nerven mit einem Titanclip komprimiert oder durchtrennt. Nach der Operation bemerkt der Patient sofort beim Aufwachen, dass seine Hände knochentrocken sind und er dauerhaft geheilt ist.
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