Allgemeine Informationen über Hypospadie
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine Fehlentwicklung im Mutterleib, bei der sich der Harnkanal nicht bis zur Spitze des Penis schließt, sodass die Harnröhrenmündung nicht an der Spitze, sondern weiter hinten an der Unterseite des Penis endet.
Die Vorhaut ist auf der Oberseite des Penis zusammengezogen, während die Unterseite offen ist (Aussehen wie halb beschnitten). Der Urin fließt nicht nach vorn, sondern nach unten. Es besteht eine Abwärtskrümmung (Chordee) des Penis, die besonders bei einer Erektion (Versteifung) deutlich wird.
Babys mit Hypospadie dürfen unter keinen Umständen standardmäßig beschnitten werden. Die überschüssige Vorhaut, die sich an der Vorderseite des Penis angesammelt hat, wird nämlich später von den Chirurgen als Transplantat (Flicken) verwendet, um den Harnkanal zu verlängern und eine neue Öffnung zu schaffen.
Neben der kosmetischen Beeinträchtigung ist es unmöglich, im Stehen Wasser zu lassen. Im späteren Alter kann aufgrund der Penisverkrümmung (Chordee) kein gesunder Geschlechtsverkehr stattfinden, und es kann zu Unfruchtbarkeit kommen, da die Spermien nicht an die richtige Stelle ejakuliert werden können.
Es ist kein Ultraschall oder bildgebendes Verfahren erforderlich. Die Diagnose wird sofort nach der Geburt durch eine äußere Untersuchung der Genitalien durch den Neonatologen (Neugeborenenarzt) oder den Urologen gestellt.
Der ideale Zeitraum für die Operation liegt zwischen dem 6. und 18. Lebensmonat, bevor das Kind mit dem Toilettentraining beginnt und sich seiner Geschlechtsidentität bewusst wird. Bei der Operation wird der Harnkanal bis zur Spitze verlängert, die Krümmung begradigt und durch eine kosmetische Rekonstruktion mit der Vorhaut wird der Eingriff in einer einzigen Sitzung abgeschlossen.
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