Allgemeine Informationen zur Methämoglobinämie
Erkrankungsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist ein Zustand, bei dem die Struktur des Hämoglobins im Blut so verändert ist, dass es den aus der Lunge aufgenommenen Sauerstoff nicht an die Zellen abgeben kann, was dazu führt, dass der Körper trotz Atmung mangels Sauerstoff innerlich erstickt.
Sie kann erblich bedingt sein (durch Enzymmangel), wird jedoch meist im Laufe des Lebens erworben. Das Trinken von mit Pestiziden/Nitraten kontaminiertem Wasser, bestimmte in der Zahnmedizin verwendete Lokalanästhetika (Prilocain) und in die Blutbahn gelangende Antibiotika können diese Reaktion auslösen.
Das typischste Symptom ist eine plötzliche dunkelblaue/violette Verfärbung der Lippen, des Nagelbetts und der Haut aufgrund des Sauerstoffmangels im Blut (Zyanose). Es treten Herzklopfen, Atemnot, Schwindel und im Verlauf ein Koma auf.
Während normales, sauerstoffreiches Blut hellrot ist, hat das Blut eines Patienten mit erhöhtem Methämoglobinspiegel eine schokoladenbraune (dunkelrostfarbene) Farbe.
Obwohl der Patient zyanotisch (blau) ist, ist der Lungenbefund unauffällig. Die Diagnose wird gestellt, wenn in einer arteriellen Blutgasanalyse eine sehr niedrige Sauerstoffsättigung (SPO2) und ein abnormal hoher Prozentsatz an Methämoglobin nachgewiesen werden.
Dem Patienten eine externe Sauerstoffmaske aufzusetzen hilft nicht, da das Problem im Blut liegt, welches den Sauerstoff blockiert. Die lebensrettende Behandlung besteht in der intravenösen Verabreichung eines speziellen Antidots (Gegengifts) namens 'Methylenblau'. Sobald das Medikament verabreicht wird, kehren die Blutzellen innerhalb von Sekunden in die normale Hämoglobinform zurück.
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