Allgemeine Informationen über Multiple Sklerose
Erkrankungsdetails und häufig gestellte Fragen
Dabei handelt es sich um eine Fehlfunktion des körpereigenen Abwehrmechanismus, bei der die „Myelinschicht“, welche die Nervenzellen in Gehirn und Rückenmark umgibt und wie eine Kabelisolierung wirkt, fälschlicherweise als fremder Feind angesehen und zerstört wird. Nerven mit beschädigter Isolierung können elektrische Signale nicht mehr korrekt an den Körper weiterleiten (es kommt zum Kurzschluss).
MS ist eine Erkrankung junger Erwachsener. Sie tritt meist im Alter zwischen 20 und 40 Jahren auf und ist bei Frauen etwa 2- bis 3-mal häufiger als bei Männern.
Die Symptome hängen davon ab, welcher Nerv von der Leitungsstörung betroffen ist. Der häufigste erste Schub ist die Optikusneuritis (eine plötzlich einsetzende, schmerzhafte Sehverschlechterung oder Erblindung auf einem Auge). Hinzu kommen stundenlang anhaltende Taubheitsgefühle/Kribbeln in Armen oder Beinen, Gleichgewichtsverlust (unsicherer Gang), Harninkontinenz und eine bei heißem Wetter oder beim Baden plötzlich stark zunehmende Erschöpfung.
Etwa 85 % der MS-Patienten weisen den schubförmig-remittierenden Typ (RRMS) auf. Ein Symptom (z. B. Taubheitsgefühl im Bein) beginnt, hält einige Wochen an (SCHUB), danach repariert der Körper diese Isolierung teilweise, und die Beschwerden verschwinden vollständig oder fast vollständig (REMISSION). Die Erkrankung führt Monate oder Jahre später an einer anderen Stelle zu einem erneuten Schub.
Das wichtigste Diagnosewerkzeug ist die kontrastmittelgestützte MRT-Untersuchung von Gehirn und Rückenmark. Im MRT sind die weißen Flecken (Plaques/Läsionen), an denen die Myelinschicht geschädigt und entzündet ist, deutlich zu sehen. Zur Sicherung der Diagnose und zum Ausschluss anderer Erkrankungen wird Nervenwasser entnommen (Liquoranalysen) und nach Antikörpern, den sogenannten „oligoklonalen Banden“, untersucht.
Es gibt keine vollständige Heilung für MS, aber es ist NICHT MEHR eine Erkrankung, die Patienten unweigerlich an den Rollstuhl fesselt.
Im Schubfall: Um die Entzündung rasch einzudämmen, wird für 3-5 Tage hochdosiertes Kortison intravenös verabreicht (Stoßtherapie).
Prophylaktische Behandlung: Dank täglicher Spritzen, Tabletten oder monatlicher intravenöser Infusionen (Immunmodulatoren und smarte Antikörper), die das Auftreten neuer Schübe und die Plaquebildung um 80-90 % stoppen, können Patienten ein völlig normales, active Leben ohne bleibende Schäden führen.
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