Allgemeine Informationen über Myasthenia gravis
Erkrankungsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist eine neuromuskuläre Erkrankung, bei der die Rezeptoren, die die Weiterleitung von Bewegungsbefehlen aus dem Gehirn an die Muskeln ermöglichen, vom körpereigenen Immunsystem blockiert und zerstört werden.
Die Muskelschwäche schwankt je nach Tageszeit. Der Patient wacht morgens völlig normal und erholt auf. Im Laufe des Tages oder bei Beanspruchung desselben Muskels (z. B. Kauen, Sprechen) setzt ein plötzlicher, schwerer Kraftverlust in diesem Muskel ein, der sich nach einer Pause wieder bessert.
In 70 % der Fälle betrifft die Erkrankung zuerst die Augenmuskeln; es kommt zu Doppelbildern (Diplopie) und einem schweren, herabhängenden Augenlid (Ptosis). Später zeigen sich Schluckbeschwerden, Sprechstörungen sowie eine Schwäche in Armen und Beinen (Unfähigkeit, diese anzuheben).
Wenn die Erkrankung die Atem- (Zwerchfell) und Schluckmuskulatur schwer beeinträchtigt, kann der Patient nicht mehr atmen. Dieser Zustand, der als myasthenische Krise bezeichnet wird, ist ein lebensbedrohlicher Notfall, der eine sofortige Intubation (Beatmung) und Intensivmedizin erfordert.
Im Blut wird nach dem Vorhandensein von Antikörpern (AChR oder MuSK) gesucht, die die Nervenübertragung stören. Zur Diagnose werden ein spezieller EMG-Test mit repetitiver Nervenstimulation und der Eis-Test verwendet, bei dem gemessen wird, ob sich das Augenlid nach dem Auflegen von Eis auf das Auge öffnet.
Spezielle Medikamente (Acetylcholinesterase-Inhibitoren wie Mestinon etc.), die den Nervenreiz an die Muskeln übertragen, stellen die Muskelkraft sofort wieder her. Bei den meisten Patienten ist die Thymusdrüse im Brustkorb, die das Immunsystem fehlerhaft prägt, vergrößert oder tumorös verändert; die operative Entfernung dieser Drüse (Thymektomie) führt bei einem Großteil der Patienten zu einem vollständigen Stillstand der Erkrankung.
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