Allgemeine Informationen zu SIBO
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um ein Syndrom, bei dem sich Dickdarmbakterien fälschlicherweise im Dünndarm ansiedeln und verzehrte Nahrung in abnorme Mengen an Gas und Säure umwandeln.
Wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass etwa 60 % bis 80 % der mit RDS diagnostizierten Patienten in Wirklichkeit an einer unerkannten SIBO leiden. Während das RDS häufig als funktionelle neuromuskuläre Störung des Dickdarms betrachtet wird, ist die SIBO eine handfeste bakterielle Überbesiedlung im Dünndarm, die antibiotisch behandelbar ist.
Die Magensäure fungiert als wichtigste biochemische Barriere gegen Bakterien. Die chronische Einnahme von Magensäureblockern (PPIs) neutralisiert diese Säure und begünstigt das Überleben und Aufsteigen der Bakterien. Ferner sind zurückliegende Lebensmittelvergiftungen (verzögerte Darmmotilität), Diabetes, Hypothyreose, Darmoperationen und chronischer Stress wesentliche Ursachen.
Das markanteste Leitsymptom ist ein morgens flacher Bauch, der sich 30-60 Minuten nach der Nahrungsaufnahme (insbesondere nach Brot, Süßigkeiten, Zwiebeln, Obst) wie im Spätstadium einer Schwangerschaft extrem aufbläht. Begleitend treten chronische Durchfälle oder hartnäckige Verstopfung, Aufstoßen, Übelkeit, Vitamin-B12-Mangel, Konzentrationsstörungen (Brain Fog) und Erschöpfung auf.
Da routinemäßige Endoskopien die tieferen Abschnitte des Dünndarms nicht erreichen, erfolgt die Diagnose primär über den Atemtest (Laktulose- oder Glukose-Atemtest). Der Patient trinkt eine Zuckerlösung und pustet über 3 Stunden alle 15 Minuten in spezielle Probengefäße. Bei Fermentation durch die Bakterien entstehen Wasserstoff und Methan. Ein frühzeitiger und signifikanter Anstieg dieser Gase in der Atemluft bestätigt die SIBO-Diagnose.
Die Therapie gliedert sich in drei Phasen:
1. Eradikation: Einsatz von spezifischen, nur lokal im Darm wirkenden Antibiotika (z. B. Rifaximin) für 14 Tage, um die Bakterienlast zu eliminieren, ohne systemische Nebenwirkungen zu verursachen.
2. Diätetische Aushungerung: Durchführung einer strengen Low-FODMAP-Diät oder SIBO-spezifischen Diät für 1-2 Monate, um den Bakterien die Nahrungsgrundlage zu entziehen (Zucker, Zwiebeln, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sind untersagt).
3. Motilitätsförderung (Prokinetika): Verabreichung von Medikamenten, die den Migrating Motor Complex (MMC) anregen, um einen bakteriellen Rückfall zu verhindern. (Achtung: Die unkontrollierte Einnahme von handelsüblichen Probiotika kann eine SIBO massiv verschlechtern; eine ärztliche Begleitung ist obligatorisch).
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