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Çakırtepe Hastanesi
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SIBO (Dünndarmfehlbesiedlung)

Diagnose, klinisches Bild und therapeutische Verfahren.

Allgemeine Informationen zu SIBO

SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth – Dünndarmfehlbesiedlung) ist eine gastrointestinale Störung, die durch eine abnorme Kolonisierung und übermäßige Vermehrung von Dickdarmbakterien im normalerweise keimarmen Dünndarm gekennzeichnet ist. Diese Bakterien fermentieren verzehrte Kohlenhydrate und Zuckerarten verfrüht und produzieren massive Mengen an Wasserstoff-, Methan- oder Schwefelwasserstoffgas. Dieser Prozess ist die primäre, oft verborgene Ursache für extreme postprandiale abdominelle Distension (Blähbauch), Meteorismus sowie chronische Diarrhö oder Obstipation. Häufig als Reizdarmsyndrom (RDS) fehldiagnostiziert, wird SIBO in unserer gastroenterologischen Abteilung durch hochspezifische Atemtests diagnostiziert und durch lokal wirkende Antibiotika in Kombination mit spezifischen Diätprotokollen behandelt.

Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen

Detaillierte klinische Informationen zur Pathologie finden Sie unter den folgenden Rubriken.
Was ist SIBO?

Es handelt sich um ein Syndrom, bei dem sich Dickdarmbakterien fälschlicherweise im Dünndarm ansiedeln und verzehrte Nahrung in abnorme Mengen an Gas und Säure umwandeln.

Wie unterscheidet sich SIBO vom RDS (Reizdarmsyndrom)?

Wissenschaftliche Evidenz zeigt, dass etwa 60 % bis 80 % der mit RDS diagnostizierten Patienten in Wirklichkeit an einer unerkannten SIBO leiden. Während das RDS häufig als funktionelle neuromuskuläre Störung des Dickdarms betrachtet wird, ist die SIBO eine handfeste bakterielle Überbesiedlung im Dünndarm, die antibiotisch behandelbar ist.

Was ist die Ätiologie? Warum ist die Magensäure so wichtig?

Die Magensäure fungiert als wichtigste biochemische Barriere gegen Bakterien. Die chronische Einnahme von Magensäureblockern (PPIs) neutralisiert diese Säure und begünstigt das Überleben und Aufsteigen der Bakterien. Ferner sind zurückliegende Lebensmittelvergiftungen (verzögerte Darmmotilität), Diabetes, Hypothyreose, Darmoperationen und chronischer Stress wesentliche Ursachen.

Was sind die klinischen Symptome?

Das markanteste Leitsymptom ist ein morgens flacher Bauch, der sich 30-60 Minuten nach der Nahrungsaufnahme (insbesondere nach Brot, Süßigkeiten, Zwiebeln, Obst) wie im Spätstadium einer Schwangerschaft extrem aufbläht. Begleitend treten chronische Durchfälle oder hartnäckige Verstopfung, Aufstoßen, Übelkeit, Vitamin-B12-Mangel, Konzentrationsstörungen (Brain Fog) und Erschöpfung auf.

Wie wird die Diagnose gestellt? Was ist der SIBO-Atemtest?

Da routinemäßige Endoskopien die tieferen Abschnitte des Dünndarms nicht erreichen, erfolgt die Diagnose primär über den Atemtest (Laktulose- oder Glukose-Atemtest). Der Patient trinkt eine Zuckerlösung und pustet über 3 Stunden alle 15 Minuten in spezielle Probengefäße. Bei Fermentation durch die Bakterien entstehen Wasserstoff und Methan. Ein frühzeitiger und signifikanter Anstieg dieser Gase in der Atemluft bestätigt die SIBO-Diagnose.

Wie wird therapiert? Wie sollte die Diät aussehen?

Die Therapie gliedert sich in drei Phasen:
1. Eradikation: Einsatz von spezifischen, nur lokal im Darm wirkenden Antibiotika (z. B. Rifaximin) für 14 Tage, um die Bakterienlast zu eliminieren, ohne systemische Nebenwirkungen zu verursachen.
2. Diätetische Aushungerung: Durchführung einer strengen Low-FODMAP-Diät oder SIBO-spezifischen Diät für 1-2 Monate, um den Bakterien die Nahrungsgrundlage zu entziehen (Zucker, Zwiebeln, Milchprodukte und Hülsenfrüchte sind untersagt).
3. Motilitätsförderung (Prokinetika): Verabreichung von Medikamenten, die den Migrating Motor Complex (MMC) anregen, um einen bakteriellen Rückfall zu verhindern. (Achtung: Die unkontrollierte Einnahme von handelsüblichen Probiotika kann eine SIBO massiv verschlechtern; eine ärztliche Begleitung ist obligatorisch).

Die Inhalte unserer Gesundheitsbibliothek dienen nur zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung. Bei Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen bezüglich Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.


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