Allgemeine Informationen zur Ischialgie
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Ischias ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Schmerzsyndrom, das durch mechanischen Druck auf den Ischiasnerv (Nervus ischiadicus) entsteht. Dieser mächtige Nerv entspringt den Wirbelsegmenten L4-S3, verläuft tief durch das Gesäß und verzweigt sich bis hinab in die Zehen.
Die häufigste Ursache ist ein Bandscheibenvorfall (Diskusprolaps) in der Lendenwirbelsäule, bei dem Gallertmasse austritt und die Nervenwurzel komprimiert. Weitere Ursachen sind Verengungen des Wirbelkanals (Spinalkanalstenose) oder eine direkte Einklemmung des Nervs durch den Musculus piriformis im Gesäß (Piriformis-Syndrom).
Der Schmerz bleibt nicht auf den unteren Rücken beschränkt; er manifestiert sich als blitzartiger, elektrisierender Schmerz, der vom Kreuzbein tief ins Gesäß schießt und von dort über die Rückseite des Oberschenkels bis zur Kniekehle und weiter bis in die Ferse wandert. Oftmals gehen Taubheitsgefühle und Kribbeln (Parästhesien) damit einher.
Nein. Eine echte Ischialgie tritt in der Regel streng einseitig (in einem Bein) auf und zieht in einer linienförmigen Bahn (dem Versorgungsgebiet des Nervs) nach unten. Schmerzen durch Muskelverspannungen (Myogelosen) oder Gelenkverschleiß (Arthrose) sind meist diffuser, lokaler und dumpfer Natur.
Der Arzt führt den sogenannten Lasègue-Test (Straight Leg Raise Test) durch: Der auf dem Rücken liegende Patient lässt sein gestrecktes Bein passiv anheben. Löst dies ab einem bestimmten Winkel einen einschießenden Schmerz aus, gilt das Zeichen als positiv für eine Nervenwurzelkompression. Die exakte Ursache wird durch eine Magnetresonanztomographie (MRT) der Lendenwirbelsäule gesichert.
Die meisten Fälle klingen nach einigen Wochen unter konservativer Therapie ab, welche Wärme-/Kälteanwendungen, Muskelrelaxantien, Schmerzmittel (NSAR) und gezielte Physiotherapie umfasst. Bei hartnäckigen Beschwerden werden Kortison-Spritzen direkt an die Nervenwurzel (periradikuläre Therapie/Epiduralinjektion) verabreicht. Tritt jedoch eine motorische Lähmung auf (z. B. Fußheberschwäche/Drop Foot), ist eine sofortige mikrochirurgische Entlastung des Nervs indiziert.
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