Allgemeine Informationen zur somatoformen Störung
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist eine Störung, bei der mentale und emotionale Konflikte (wie anhaltender Stress, Traumata, Depressionen) in körperliche (somatische) Beschwerden übersetzt werden; sie äußern sich unbewusst als echte Schmerzen, Lähmungen oder Organsymptome. Es liegt keine organische Erkrankung vor, doch das Leid, das die Person empfindet, ist absolut real.
Ein Hypochonder interpretiert banale Kopfschmerzen als Zeichen eines Hirntumors und leidet vor allem unter der 'Angst' vor der Krankheit. Eine Person mit einer somatoformen Störung hingegen durchlebt massiv den direkten physischen Schmerz (z. B. extremste Rückenschmerzen, Magenkrämpfe) an sich. Sämtliche diagnostischen Untersuchungen (wie MRTs, CTs und unzählige Bluttests) fallen dabei vollkommen unauffällig (gesund) aus.
Dies ist die dramatischste Unterform der somatoformen Störungen. Nach einem schweren seelischen Trauma oder Schock fällt die Person plötzlich in Ohnmacht, verliert die Kontrolle über Arme/Beine (Lähmung), erblindet unerklärlich oder verliert die Stimme (Aphonie). Die neurologische Untersuchung ist komplett normal; das Gehirn hat psychologisch bedingt eine 'Schutzschaltung' ausgelöst.
Absolut NEIN. Der Patient simuliert nicht (was man als Aggravation oder Simulation bezeichnen würde). Bei der somatoformen Störung erlebt die Person den Schmerz, den Krampf oder die Lähmung unbewusst tatsächlich. Die Schmerzintensität ist identisch mit der eines Patienten mit einer nachgewiesenen körperlichen Läsion.
Es handelt sich in erster Linie um eine 'Ausschlussdiagnose'. Fachärzte für Innere Medizin oder Neurologie führen alle medizinischen Tests durch und belegen, dass keinerlei körperliche Krankheit vorliegt. Bestehen die Beschwerden dennoch über Monate hinweg fort, wird die endgültige Diagnose durch einen Psychiater gestellt.
Die ständige Einnahme von starken Schmerz- oder Magenmitteln ist völlig wirkungslos. Die Therapie basiert auf stimmungsstabilisierenden Medikamenten und Antidepressiva, die der Psychiater verschreibt, um die chemischen Alarmglocken im Gehirn auszuschalten. Parallel dazu wird in der kognitiven Verhaltenstherapie (KVT) der verdrängte innere Stress aufgearbeitet, wodurch die körperlichen Beschwerden vollständig verschwinden.
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