Allgemeine Informationen zur Spina bifida
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Umgangssprachlich als 'offener Rücken' bezeichnet, handelt es sich um eine angeborene Fehlbildung, bei der sich das Neuralrohr in den ersten Schwangerschaftsmonaten nicht richtig schließt, was zu einem knöchernen Spalt (Öffnung) im hinteren Bereich der Wirbelsäule führt.
Obwohl die genaue Ursache multifaktoriell ist, ist der größte und wissenschaftlich erwiesene Risikofaktor ein Mangel an Folsäure (Vitamin B9) bei der Mutter vor der Empfängnis und in den ersten Schwangerschaftswochen. Eine ausreichende Folsäuresupplementation verhindert die Erkrankung zu etwa 70 %.
Spina bifida occulta (die 'verborgene' Form): Die leichteste Form; es besteht nur ein minimaler Knochenspalt, der von außen nicht sichtbar ist und selten Probleme verursacht.
Meningozele: Die Hirnhäute, die das Rückenmark umgeben, wölben sich durch den Spalt nach außen und bilden einen flüssigkeitsgefüllten Sack, das Rückenmark selbst bleibt jedoch im Wirbelkanal.
Myelomeningozele: Die schwerste und folgenschwerste Form; sowohl die Hirnhäute als auch das Rückenmark und die Nerven treten durch den knöchernen Defekt in einer Vorwölbung nach außen.
Bei den schweren Verlaufsformen nehmen die freiliegenden Spinalnerven bereits im Mutterleib Schaden. Dies führt zu Lähmungen der Beine (Gehunfähigkeit), massiver Harn- und Stuhlinkontinenz (neurogene Blase/Darm) sowie aufgrund von aufgestautem Hirnwasser zu einer Vergrößerung des Kopfes (Hydrozephalus / Wasserkopf).
Ja. Ein erhöhter AFP-Wert (Alpha-Fetoprotein) im Blut der Mutter während der 16. bis 18. Schwangerschaftswoche liefert einen ersten Verdacht. Die endgültige Sicherung und Darstellung des Wirbelsäulendefekts erfolgt durch den hochauflösenden Feinultraschall (Organscreening).
Bei den offenen Formen wird das Neugeborene unmittelbar in den ersten 24 bis 48 Lebensstunden neurochirurgisch notoperiert, um tödliche Infektionen (Hirnhautentzündungen) und weitere Nervenschäden zu verhindern. Die Nerven werden in den Spinalkanal zurückgelagert und die Hautöffnung vernäht. Die verbleibenden motorischen und urologischen Defizite erfordern ein lebenslanges Management mittels Physiotherapie und Blasenkatheterismus.
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