Allgemeine Informationen zu Hodenkrebs
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist eine onkologische Erkrankung, bei der Keimzellen in den Hoden (die primären männlichen Geschlechtsorgane, die für die Spermien- und Testosteronproduktion zuständig sind) bösartig mutieren und sich unkontrolliert zu soliden Tumoren vermehren.
Im Gegensatz zu den meisten Krebsarten, die primär ältere Menschen treffen, ist Hodenkrebs eine Krankheit junger Männer, die überwiegend zwischen dem 15. und 35. Lebensjahr auftritt. In dieser spezifischen Alterskohorte ist es der häufigste solide bösartige Tumor beim Mann.
Normalerweise wandern die Hoden eines männlichen Säuglings kurz vor oder nach der Geburt aus dem Bauchraum in den Hodensack (Skrotum) hinab. Befand sich ein Hoden im Bauchraum (Hodenhochstand) und musste erst im späteren Kindesalter operativ herabgezogen werden, ist das Risiko, genau in diesem Hoden später Krebs zu entwickeln, signifikant und um ein Vielfaches erhöht.
Das typischste Leitsymptom ist, dass der Patient – oft zufällig beim Duschen oder Anziehen – einen STEINHARTEN, ABSOLUT SCHMERZLOSEN KNOTEN (etwa in Erbsen- oder Walnussgröße) direkt am oder im Hoden ertastet. Weitere Symptome umfassen eine plötzliche, asymmetrische Vergrößerung des Hodensackes, ein ungewohntes Schweregefühl im Skrotum oder ein dumpfes, ziehendes Gefühl in der Leistengegend.
Nach einer fachärztlichen Tastuntersuchung durch den Urologen wird umgehend eine Ultraschalluntersuchung des Hodensacks (Skrotalsonographie) durchgeführt, die die Masse sofort als soliden Tumor identifiziert. Zur Sicherung der Diagnose und Einstufung werden spezifische Tumormarker im Blut (Beta-HCG, Alpha-Fetoprotein (AFP) und LDH) bestimmt.
Hodenkrebs gehört zu den großen Erfolgsgeschichten der modernen Onkologie und weist eine der höchsten Heilungsquoten überhaupt (zwischen 95 % und 99 %) auf.
Die Primärtherapie ist die 'radikale inguinale Orchiektomie', bei der der vom Krebs befallene Hoden über einen kleinen Schnitt in der Leiste vollständig entfernt wird. Auf Wunsch des Patienten kann aus ästhetischen Gründen in der gleichen Operation ein Silikonimplantat (Hodenprothese) eingesetzt werden.
Führt der Eingriff zur Unfruchtbarkeit (Infertilität)? Nein. Der verbleibende, gesunde Hoden ist MEHR ALS AUSREICHEND in der Lage, allein genügend Testosteron für ein normales Sexualleben und ausreichend befruchtungsfähige Spermien für die Vaterschaft zu produzieren. Vorsorglich wird dem Patienten jedoch vor jedem Eingriff (falls später eine aggressive Chemotherapie notwendig sein sollte) eine Kryokonservierung (Einfrieren) der Spermien in einer Samenbank angeraten.
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