Allgemeine Informationen zum Schnappfinger
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist eine Erkrankung, bei der die seilartigen Beugesehnen, die für das Krümmen der Finger verantwortlich sind, an der Fingerbasis in ihrer tunnelartigen Hülle (dem Ringband) stecken bleiben, sodass der Finger in einer gebeugten Haltung mechanisch blockiert wird.
Wenn die Beugesehne chronisch entzündet ist, schwillt sie an und bildet oft einen kleinen Knoten (Nodulus). Dieser Knoten passt beim Bewegen nicht mehr reibungslos durch den engen Sehnenkanal. Wenn der Patient versucht, den gebeugten Finger zu strecken, bleibt die Sehne zunächst hängen. Wird der Zug erhöht, flutscht der Knoten unter hohem Druck plötzlich durch den Engpass, was das schmerzhafte, ruckartige 'Schnappen' – ähnlich dem Auslösen eines Abzugs (Trigger) – verursacht.
Die Erkrankung resultiert meist aus wiederholten, mechanischen Mikrotraumata durch permanente Beuge- und Greifbewegungen der Hand. Sie tritt besonders häufig bei Personen auf, die beruflich bedingt stark zupacken müssen, wie Handwerker, Schneider (Scherengebrauch), Musiker oder bei der Gartenarbeit. Ein signifikant erhöhtes Risiko besteht zudem bei Patienten mit rheumatoider Arthritis und Diabetes mellitus (Zuckerkrankheit).
Zu den ausgeprägten Symptomen gehören eine massive Morgensteifigkeit der betroffenen Finger, ein tastbarer, druckschmerzhafter kleiner Knoten (Knubbel) in der Handfläche direkt an der Basis des Fingers sowie das plötzliche, extrem schmerzhafte mechanische Blockieren und ruckartige Aufspringen des Fingers bei Streckversuchen.
Nein. Es handelt sich um ein fortschreitendes anatomisch-mechanisches Problem (eine Einklemmung). Äußerlich aufgetragene Schmerz- oder Entzündungssalben sind nicht in der Lage, diesen straffen, knöchern-bindegewebigen Tunnel zu weiten. Ohne fachgerechte Behandlung kann sich die Einklemmung derart verfestigen, dass der Finger dauerhaft in der Beugestellung fixiert bleibt und manuell gar nicht mehr gestreckt werden kann.
Im Frühstadium ist die konservative Therapie äußerst effektiv: Durch die präzise Injektion von lokal wirksamem Kortison direkt in die betroffene Sehnenscheide wird die Entzündung gestoppt und die Sehne kann abschwellen. Führt dies zu keinem dauerhaften Erfolg (oder bei ständigen Rückfällen), ist die Ringbandspaltung die Methode der Wahl. In einer etwa 5-minütigen ambulanten Operation unter lokaler Betäubung wird das verengte Band einfach durchtrennt (geöffnet), wodurch die Sehne sofort und dauerhaft befreit ist.
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