Allgemeine Informationen über Tonsillitis
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist der Prozess, bei dem die Mandeln, die sich am Eingang des Rachens befinden, im Kampf gegen oral aufgenommene Mikroben (Viren/Bakterien) der Infektion erliegen und anschwellen, sich röten und manchmal mit weißem Eiter überzogen werden.
Etwa 70 % der Fälle werden durch gewöhnliche Erkältungs- und Grippeviren (Rhinovirus, Adenovirus, EBV) verursacht. Die restlichen 30 %, die deutlich gefährlicher sind, werden durch das Bakterium 'Gruppe-A-beta-hämolysierende Streptokokken' ausgelöst. Der Erreger ist hochansteckend und überträgt sich sehr schnell von Mensch zu Mensch durch Niesen und die gemeinsame Nutzung von Gläsern.
Dazu gehören plötzlich einsetzende Halsschmerzen, Unfähigkeit zu schlucken (selbst beim Wassertrinken), hohes Fieber von bis zu 39-40 Grad, Schwellung und Druckempfindlichkeit der Lymphknoten an Hals und Unterkiefer. Bei geöffnetem Mund zeigen sich die Mandeln stark vergrößert, tiefrot und weisen weiße oder gelbe, eitrige Stippchen/Plaques (Krypten) auf. Darüber hinaus ist starker Mundgeruch ein markantes Merkmal.
Nicht bei jeder Mandelentzündung müssen Antibiotika eingenommen werden! Handelt es sich um eine Virusinfektion, sind Antibiotika völlig wirkungslos. Bei Verdacht auf eine bakterielle Ursache entnimmt der Arzt mit einem Wattestäbchen einen Rachenabstrich für einen Streptokokken-Schnelltest (Beta-Test) oder eine Rachenkultur. Ist das Ergebnis POSITIV für Beta-Streptokokken, MUSS die vom Arzt verordnete 10-tägige Antibiotika-Kur strikt und bis zum Ende durchgezogen werden (um gefährliche Folgeerkrankungen wie rheumatisches Fieber, das Herz und Nieren angreift, zu verhindern).
Dabei handelt es sich um eine Komplikation, bei der die Infektion so weit fortschreitet, dass sich im Weichgewebe hinter der Mandel eine 'eitergefüllte Höhle' bildet. Der Patient leidet unter einer Kieferklemme (Trismus) und kann den Mund nicht mehr öffnen; die Stimme klingt kloßig, „als hätte er eine heiße Kartoffel im Mund“. Dies ist ein absoluter medizinischer Notfall, der umgehend in der Notaufnahme punktiert oder eingeschnitten und entleert werden muss, da sonst Erstickungsgefahr durch Verlegung der Atemwege besteht.
Anders als früher wird heute nicht mehr jede geschwollene Mandel entfernt. Die Kriterien für eine Mandeloperation (Tonsillektomie) lauten wie folgt:
- Dokumentierte (fieberhafte) Mandelentzündungen: 7-mal im vergangenen Jahr ODER 5-mal jährlich in den letzten zwei aufeinanderfolgenden Jahren ODER 3-mal jährlich in den letzten drei aufeinanderfolgenden Jahren.
- Wenn die Mandeln so extrem vergrößert sind („Kissing Tonsils“), dass das Kind an Schlafapnoe (Atemaussetzer im Schlaf) leidet, schnarcht und dadurch in seiner körperlichen Entwicklung (Längenwachstum) zurückbleibt.
- Wiederkehrende Peritonsillarabszesse oder der Verdacht auf einen bösartigen Tumor (Krebs).
Der Eingriff erfolgt in Vollnarkose, dauert in der Regel etwa 30 Minuten und wird heute mithilfe moderner Verfahren wie dem Thermal Welding fast völlig unblutig durchgeführt. Nach einer ein- bis zweiwöchigen Phase mit flüssiger/weicher Kost (wie Eiscreme) kann der Patient wieder in seinen normalen Alltag zurückkehren.
Die Inhalte unserer Gesundheitsbibliothek dienen nur zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung. Bei Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen bezüglich Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.



