Allgemeine Informationen über Trigeminusneuralgie
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um plötzlich einschießende, unerträgliche Stromstoß- und blitzartige Schmerzattacken im Gesicht, die durch eine Abnutzung der Hülle des Nervus trigeminus verursacht werden, der für das Gefühl in drei Gesichtsbereichen (Stirn, Wange, Kiefer) zuständig ist (Kurzschluss).
Er ist NICHT anhaltend, stumpf und pochend wie normale Kopf- oder Zahnschmerzen. Die Attacke dauert Sekunden (oder maximal 1-2 Minuten), aber in diesem Moment zuckt die Person hoch, als hätte sie den Finger in eine Steckdose gesteckt, hält ihr Gesicht und schreit. Patienten glauben meist, der Schmerz komme von einem kranken Zahn, und lassen sich fälschlicherweise 3-4 gesunde Zähne ziehen, doch der Schmerz verschwindet nie.
Das Schrecklichste an dieser Krankheit ist, dass selbst die harmlosesten Berührungen eine Attacke auslösen können. Das Gesicht waschen, Rasieren, Zähneputzen, Essen, Sprechen, Lachen, Schminken oder sogar ein leichter Windhauch (Klimaanlage) im Gesicht reichen aus, um diesen elektrischen Schalter umzulegen (die Attacke auszulösen).
In den meisten Fällen ist die Ursache eine mikrovaskuläre Kompression (Gefäß-Nerven-Kontakt). Eine normale Arterie im Gehirn verlängert/windet sich mit dem Alter und beginnt genau über dem Nervus trigeminus zu verlaufen. Das Pulsieren der Arterie bei jedem Herzschlag trägt die Schutzhülle des Nervs ab. Der freiliegende Nerv leitet jede Berührung im Gesicht als „gigantischen Schmerz“ an das Gehirn weiter (Kurzschluss).
Die Diagnose basiert ausschließlich auf der vom Patienten geschilderten Vorgeschichte dieser „blitzartigen“ Schmerzen. Der Neurologe stellt die Diagnose zu 100 % klinisch. Um jedoch zu sehen, ob ein Gefäß auf die Nervenwurzel drückt oder ob ein Hirntumor/MS-Plaques den Nerv komprimieren, muss unbedingt ein hochauflösendes Schädel-MRT mit Kontrastmittel durchgeführt werden.
Dieser Schmerz verschwindet NIEMALS mit herkömmlichen Schmerzmitteln (Paracetamol, Morphin etc.). Die Basis der Therapie (und ein diagnostischer Test) ist Carbamazepin, ein Epilepsiemedikament. Wenn die Medikamente ihre Wirkung verlieren, ist der Goldstandard die Operation (Mikrovaskuläre Dekompression - MVD). Der Neurochirurg öffnet ein kleines Fenster hinter dem Ohr, findet das Gefäß, das den Nerv komprimiert, und trennt es vom Nerv. Dazwischen legt er ein Teflon-Polster (Schwämmchen). Sofort nach dem Aufwachen ist der Patient dauerhaft von diesen Stromstößen befreit.
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