Allgemeine Informationen über Magengeschwüre
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um offene, oft mehr als einen halben Zentimeter große und in die Tiefe gehende Wunden in der inneren Auskleidung (Schleimhaut) des Magens oder des Zwölffingerdarms (Duodenum), die durch Säure und Bakterien verursacht werden. (Eine Gastritis ist eine oberflächliche Rötung der Schleimhaut, ein Geschwür hingegen ein tiefer Krater).
Entgegen dem weit verbreiteten Glauben verursachen scharfes Essen, säurehaltige Getränke oder reiner Stress allein kein Geschwür. Weltweit gibt es zwei Hauptursachen für die Entstehung von Geschwüren:
1. Helicobacter pylori (H. Pylori): Ein Bakterium, das im stark sauren Milieu des Magens überlebt und die schützende Schleimschicht durchbohrt.
2. NSAR (Nichtsteroidale Antirheumatika): Die häufige Einnahme von Schmerz- und Rheumamitteln wie Aspirin, Ibuprofen oder Naproxen, insbesondere auf nüchternen Magen, zerstört die schützenden Substanzen der Magenschleimhaut.
Beim Magengeschwür (Ulcus ventriculi): Da der Magen unmittelbar nach dem Essen Säure absondert, nehmen Schmerzen und Völlegefühl kurz nach der Nahrungsaufnahme zu; daher fürchtet sich der Patient vor dem Essen (was zu Gewichtsverlust führt).
Beim Zwölffingerdarmgeschwür (Ulcus duodeni): Der Schmerz verschlimmert sich meist 2-3 Stunden nach dem Essen oder tritt mitten in der Nacht bei leerem Magen (Nüchternschmerz) auf. Wenn der Patient etwas isst (z. B. Milch trinkt oder Brot isst), puffert die Nahrung die Säure ab und der Schmerz lässt vorübergehend nach.
Dringt das Geschwür tiefer ein und trifft auf ein Blutgefäß, kommt es zu einer Magenblutung (der Patient erbricht kaffeesatzartiges Blut oder setzt schwarzen, teerartigen, übelriechenden Stuhl ab). Frisst sich das Geschwür durch die gesamte Magenwand hindurch, spricht man von einem Magendurchbruch (Perforation); Magensäure und Nahrungsreste ergießen sich in die sterile Bauchhöhle. Der Patient wird mit einem brettharten, stark schmerzenden Bauch in die Notaufnahme gebracht und muss sofort als Notfall operiert werden.
Der Goldstandard in der Diagnostik ist die Endoskopie (Gastroskopie oder Magenspiegelung), die unter einer leichten Dämmerschlafnarkose (Sedierung) mit einem flexiblen Schlauch durch den Mund durchgeführt wird. Der Arzt sieht den genauen Ort des Geschwürs, erkennt, ob es blutet, und entnimmt Biopsien aus den Rändern der Wunde, um Krebs auszuschließen (und gleichzeitig das Bakterium H. pylori nachzuweisen).
Ist das Bakterium H. pylori die Ursache, wird eine spezielle 14-tägige Antibiotika-Kur (Eradikationstherapie) verordnet. Wurde das Geschwür durch Schmerzmittel ausgelöst, müssen diese abgesetzt werden. In jedem Fall werden Protonenpumpenhemmer (Säureblocker/Magenschutzmittel - PPI) für 4-8 Wochen eingesetzt, um die Magensäure vollständig zu hemmen, sodass das Geschwür von selbst abheilen kann. Während der Behandlung wird eine magenschonende Diät empfohlen, bei der säurehaltige Lebensmittel, stark gewürzte Speisen, Kaffee und Alkohol streng gemieden werden. Mit diesen Therapien heilen Geschwüre in der Regel zu 100 % ab.
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