Allgemeine Informationen zur Harnröhrenstriktur
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine Erkrankung, bei der das schwammartige Gewebe an der Innenwand der Harnröhre verletzt wird und bei der Heilung eine dicke Narbe (Fibrose) bildet, wodurch das Innere des Kanals verstopft und verengt wird.
Sie ist in der Regel die Folge früherer medizinischer Eingriffe (iatrogen). Ein BLASENKATHETER, der während einer anderen Operation (Herz/Darm) in die Harnröhre eingeführt wurde, kann den Kanal beim Entfernen reizen und Jahre später eine Striktur verursachen.
Darüber hinaus sind endoskopische Eingriffe (mit Kamera) bei Prostata- oder Nierensteinoperationen, Beckenbrüche bei Verkehrsunfällen, Tritte/Stürze auf den Dammbereich sowie sexuell übertragbare Infektionen wie Gonorrhoe (Tripper) die Hauptursachen, die den Kanal schädigen und verengen.
Eine Prostatavergrößerung beginnt meist ab dem 50. Lebensjahr. Eine Harnröhrenstriktur kann jedoch in jedem Alter (auch bei jungen Menschen) auftreten.
Symptome: Ausdünnung des Harnstrahls auf „Faden- oder Haaresbreite“, Verlust des Urindrucks, sodass der Strahl vor die Füße fällt, gespaltener oder streuender Harnstrahl, extrem langer Aufenthalt auf der Toilette, um das Wasserlassen zu beenden, und starkes Pressen.
Durch die Uroflowmetrie (Harnflussmessung) wird festgestellt, dass der Urin sehr langsam fließt. Um den Ort (wo die Blockade liegt) und die Länge der Striktur millimetergenau zu kartieren, wird eine RGU (retrograde Urethrographie) durchgeführt. Während ein spezielles Kontrastmittel durch die Penisspitze gespritzt wird, wird eine Röntgenaufnahme gemacht, wodurch der verengte/blockierte sanduhrförmige Bereich im Kanal mit 100%iger Klarheit sichtbar wird.
NEIN. Die gewaltsame Erweiterung (Dilatation) des Kanals mit einer Bougie (Metallstab) ist eine sehr alte, schmerzhafte und vorübergehende Methode. Sie öffnet die Striktur durch Einreißen, aber 3-6 Monate später schließt sich die Wunde noch schwerwiegender durch ein noch dickeres Narbengewebe (Panzer). Sie wird nicht empfohlen, es sei denn, es gibt keine andere Möglichkeit.
1. Geschlossene Operation (Interne Urethrotomie): Wird angewendet, wenn die Striktur kurz ist (1-2 cm). Man geht mit einer Kamera über die Harnröhrenöffnung hinein und durchtrennt das Narbengewebe tief bei 12 Uhr mit einem kalten Messer (oder Holmium-Laser). Es hilft kurzfristig, birgt jedoch ein Rezidivrisiko von 40 %.
2. Offene Operation (Urethroplastik) - Die endgültige Lösung: Ist die einzige dauerhafte Methode, wenn die Striktur sehr lang ist (größer als 2 cm) oder nach geschlossenen Operationen ständig wiederkehrt. Es wird ein Schnitt über den Damm (Perineum) gemacht. Das verengte Schlauchstück wird komplett herausgeschnitten (und End-zu-End vernäht). Ist die Lücke zu groß, wird durch Transplantation von feuchtem Gewebe aus der Wangeninnenseite des Patienten (Mundschleimhaut) ein neues Harnröhrenstück konstruiert. Die Erfolgsquote liegt bei 90-95 %.
Die Inhalte unserer Gesundheitsbibliothek dienen nur zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung. Bei Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen bezüglich Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.



