Allgemeine Informationen zu Vaginismus
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist die Situation, in der sich die Muskeln am Scheideneingang beim Versuch des Geschlechtsverkehrs, bei einer gynäkologischen Untersuchung oder beim Einführen eines Tampons gegen den Willen der Frau heftig zusammenziehen, eine „Wand“ bilden und das Eindringen verhindern.
NEIN! Dies ist der größte Mythos in der Türkei. In 99 % der Vaginismusfälle ist das Jungfernhäutchen völlig normal. Das Problem ist nicht anatomisch, sondern eine psychisch bedingte Kontraktion. Daher LÖST eine chirurgische Durchtrennung des Jungfernhäutchens (Hymenektomie) den Vaginismus NICHT, sondern verstärkt im Gegenteil das Trauma und die Angst der Frau noch weiter.
Absolut nein. Dies ist eine Reflexkrankheit. Die Frau liebt ihren Partner vielleicht sehr, ist sexuell erregt und möchte sehr gerne Verkehr haben. Da das Gehirn jedoch davon ausgeht, dass die Vagina in Gefahr ist (dass sie reißt, zerfetzt wird), blockiert es die Muskeln als Abwehrmechanismus. Selbst wenn die Frau es möchte, kann sie diesen Muskel nicht entspannen.
Der Hauptgrund sind falsche sexuelle Mythen, die sich von Kindheit an im Unterbewusstsein festsetzen: Gruselgeschichten wie 'Die erste Nacht blutet sehr, tut sehr weh, es reißt, man verhakt sich und kommt ins Krankenhaus'. Darüber hinaus wirken sich ein strenger/unterdrückender Erziehungsstil, Geschichten über sexuelle Belästigung/Traumata und Überzeugungen, die Sexualität als schändlich/sündhaft betrachten, direkt auf das Gehirn aus.
Während des Penetrationsversuchs treten bei der Frau Herzklopfen, Schwitzen, Panik, Weinkrämpfe, festes Zusammenpressen der Beine und das Wegstoßen des Partners mit Händen/Füßen auf. Wird das Eindringen erzwungen, wird ein sehr starker, messerstichartiger Schmerz (Dyspareunie) empfunden.
Das Auftragen lokal betäubender Cremes oder der Versuch, sich zu betrinken (Alkohol zu trinken), IST KEINE LÖSUNG, es stoppt weder den Schmerz noch die Kontraktion.
Die Goldstandard-Behandlung ist: Sexualtherapie (Kognitive Verhaltenstherapie).
Zunächst beweist der Gynäkologe der Patientin durch eine Untersuchung, dass kein körperliches Problem vorliegt. Dann wird der Frau in Begleitung eines speziell ausgebildeten Sexualtherapeuten beigebracht, ihre eigene Anatomie zu erkennen, die beängstigenden falschen Gedanken in ihrem Gehirn zu löschen und vor allem, wie sie ihre eigenen Beckenbodenmuskeln entspannen kann (progressive Desensibilisierung, Atem- und Kegelübungen). Wenn die Patientin lernt, ihre Muskeln zu kontrollieren, wird der Vaginismus zu 100 % und in durchschnittlich 3-5 Wochen erfolgreich besiegt.
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