Allgemeine Informationen zur Wernicke-Enzephalopathie
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Dabei handelt es sich um eine plötzliche Schädigung und Entzündung des Gehirns als Folge eines schweren Mangels an Vitamin B1 (Thiamin), das für die gesunde Funktion und Energieproduktion des Gehirns unerlässlich ist.
Chronischer Alkoholkonsum ist die Hauptursache (Alkohol senkt die Aufnahme von Vitamin B1 auf null und scheidet es aus dem Körper aus). Es wird jedoch nicht nur bei Alkoholikern beobachtet. Auch langanhaltende Mangelernährung nach schwerem Erbrechen in der Schwangerschaft (Hyperemesis), Anorexie, Hungerstreiks oder Adipositas-Operationen (Schlauchmagen) führt zu dieser Krankheit.
Es gibt eine Trias, die zur Diagnose der Krankheit führt:
1. Bewusstseinstrübung: Der Patient weiß nicht, wo er sich befindet, ist teilnahmslos und leidet an Gedächtnisverlust.
2. Augenmuskellähmung (Ophthalmoplegie): Die Augen können sich nicht nach rechts und links bewegen, es kommt zu Doppelbildern und Augenzittern (Nystagmus).
3. Ataxie: Das Gleichgewicht geht komplett verloren, der Patient geht wie betrunken oder kann überhaupt nicht gehen.
Das Wernicke-Bild ist eine akute Krise. Erfolgt innerhalb der ersten 24-48 Stunden keine Behandlung, werden die Schäden im Gehirn irreversibel und das Korsakow-Syndrom (Wernicke-Korsakow) setzt ein. In diesem Stadium kann der Patient nichts Neues mehr lernen (hochgradige Amnesie) und füllt die Lücken, an die er sich nicht erinnern kann, durch 'Geschichtenerfinden' (Konfabulation) aus.
Die Suche nach einem B1- (Thiamin-) Mangel in Bluttests ist Zeitverschwendung. Die Diagnose wird in der Notaufnahme oder von einem Neurologen ausschließlich aufgrund der Vorgeschichte des Patienten (Alkohol-/Essstörung) und der klinischen Befunde gestellt; ein Gehirn-MRT mit Kontrastmittel stützt die Diagnose.
Es ist ein medizinischer Notfall im Wettlauf gegen die Zeit, bei dem Sekunden zählen! Die Behandlung besteht darin, dem Patienten sofort hochdosiertes Vitamin B1 (Thiamin) über ein Serum (in die Vene) oder in den Muskel zu verabreichen. Stunden nach der Gabe des Medikaments verbessern sich die Augenbewegungen und die Bewusstseinstrübung des Patienten mit dramatischer Geschwindigkeit.
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