Allgemeine Informationen zu Morbus Whipple
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine systemische und fortschreitende Infektionskrankheit, bei der ein seltenes Bakterium namens Tropheryma whipplei in das Verdauungssystem (insbesondere den Dünndarm) und andere Organe des Körpers eindringt und die Nährstoffaufnahme stoppt.
Das Bakterium nistet sich an der Innenwand des Dünndarms ein und führt dazu, dass sich dort Zellen des Immunsystems (Makrophagen) ansammeln. Dieser Zustand führt dazu, dass der Darm dicker wird und keine Nahrung, Fette und Vitamine mehr in das Blut aufnehmen kann (Malabsorption).
Die Krankheit beginnt oft schon Jahre vor den Magen-Darm-Problemen mit wandernden Gelenkschmerzen. Wenn das Bakterium den Darm befällt, treten chronischer wässriger/fettiger Durchfall, krampfartige Bauchschmerzen, starker Appetitverlust, Schwäche und schwerer Gewichtsverlust sowie eine Dunkelfärbung der Haut (Pigmentierung) auf, da die aufgenommene Nahrung nicht resorbiert werden kann.
Ja. Wenn sie nicht frühzeitig diagnostiziert wird, vermischt sich die Krankheit mit dem Blut und breitet sich auf die Herzklappen (Endokarditis) und das zentrale Nervensystem aus. Wenn sie das Gehirn befällt, kann sie zu Demenz, rhythmischen Krämpfen in der Gesichts-/Augenmuskulatur, Gedächtnisverlust und zum Tod führen.
Ein Gastroenterologe geht mit einer oberen Endoskopie (Gastroskopie) in den Dünndarm (Zwölffingerdarm) und entnimmt eine Gewebeprobe (Biopsie). Die endgültige Diagnose wird durch den Nachweis der Bakterien in den Makrophagen gestellt, nachdem diese Gewebeprobe in der Pathologie mit einem speziellen Farbstoff (PAS-Färbung) angefärbt wurde.
Diese potenziell tödliche Krankheit ist mit dem richtigen Antibiotikum zu 100 % behandelbar. Da das Bakterium jedoch sehr widerstandsfähig ist und sich im Gehirn verstecken kann, MUSS die Antibiotikabehandlung, die intravenös begonnen wird und dann oral (Tabletten) fortgesetzt wird, ununterbrochen 1 BIS 2 JAHRE andauern. Wird das Medikament zu früh abgesetzt, kehrt die Krankheit vom Gehirn zurück.
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