Allgemeine Informationen zur Fazialisparese
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist die plötzliche Lähmung einer Gesichtshälfte, die nicht vom Gehirn ausgeht, sondern darauf zurückzuführen ist, dass der Nerv, der die Gesichtsmimik steuert (beim Austritt aus dem knöchernen Kanal hinter dem Ohr), sich entzündet, anschwillt und gequetscht wird und somit keinen Strom an die Muskeln senden kann.
Der lebensrettende und beruhigendste Unterschied ist folgender:
Bei Hirnblutung/Schlaganfall: Der Patient kann sein Auge schließen und die Augenbraue hochziehen, NUR der untere Teil seines Mundes hängt herab. Dies geht mit der Unfähigkeit, Arm/Bein zu halten, und Sprachstörungen einher.
Bei der Bell-Parese (Fazialisparese): Die Lähmung betrifft nur das Gesicht (Arme sind intakt). Es ist jedoch das GESAMTE Gesicht gelähmt; der Patient kann sein Auge NICHT schließen, seine Augenbraue NICHT hochziehen und seine Stirn NICHT runzeln.
Meistens wird 1-2 Tage vor Beginn der Lähmung ein leichter Schmerz hinter dem Ohr (an dem Loch, wo der Nerv austritt) gespürt.
Wenn Sie am nächsten Morgen aufwachen: Eine Seite des Gesichts ist steif und taub. Der Mund verschiebt sich/verzieht sich zur gesunden Seite. Der Patient kann nicht pfeifen, seine Zähne nicht zeigen und beim Wassertrinken läuft es an der Seite des Mundes heraus. Er kann nicht blinzeln, und da das Augenlid offen bleibt, brennt das Auge stark (trocknet aus).
Obwohl die genaue Ursache nicht vollständig bewiesen ist, geht man davon aus, dass der Herpes-Simplex-Virus (Fieberbläschen-Virus) oder überstandene virale Infektionen der oberen Atemwege der Hauptschuldige sind.
Volksglaube (Zugluft): Kaltluft allein verursacht keine direkte Lähmung, aber das Schlafen in einer klimatisierten Umgebung oder das Hinausgehen in die Kälte mit nassen Haaren verengt die Kapillargefäße im Gesicht und ist der größte AUSLÖSER, der dem Virus in diesem Moment das Eindringen in den Nerv ermöglicht.
Der Neurologe stellt die Diagnose in 1 Sekunde, indem er sich einfach Ihre Gesichtsmimik ansieht (und Sie bittet, Ihr Auge fest zusammenzukneifen). In den ersten Tagen ist in der Regel kein MRT oder EMG erforderlich. Ein EMG wird nur dann durchgeführt, um die Nervenschädigung (den Zelltod) zu sehen, wenn sich die Beschwerden auch nach 1 Monat überhaupt nicht gebessert haben, oder es wird ein MRT angefordert, wenn der Verdacht auf einen Tumor/eine Raumforderung besteht.
Die wichtigste Regel (Erste 72 Stunden): Wenn Sie innerhalb der ersten 3 Tage nach Beginn der Lähmung zum Arzt gehen, lösen die vom Arzt verschriebenen hochdosierten KORTISON-Tabletten (Prednol) das Ödem (die Schwellung) im Nerv sofort auf und verhindern dauerhafte Schäden/Schiefstände. Zusätzlich werden antivirale Tabletten (Zovirax etc.) verabreicht.
Das Auge schützen: Da der Patient sein Auge nicht schließen kann, bleibt es beim Schlafen offen, trocknet aus und die Hornhaut (transparente Schicht) kann zerkratzt werden, was zur Erblindung führen kann. Daher MUSS das Auge beim Schlafen ZWINGEND VON AUSSEN MIT KLEBEBAND GESCHLOSSEN WERDEN, nachdem ein künstliches Tränengel aufgetragen wurde.
85 % der Patienten kehren innerhalb von 1 bis 3 Monaten (mit Physiotherapie und Kaugummikauen/Ballonaufblasen) zu 100 % in ihren ursprünglichen Zustand (ohne Spuren) zurück.
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