Allgemeine Informationen über mikrozytäre Anämie
Erkrankungsdetails und häufig gestellte Fragen
Hierbei handelt es sich um eine Form der Blutarmut, bei der die im Knochenmark gebildeten Blutzellen aufgrund eines Mangels an Bausteinen (Eisen oder Globinketten) physisch in viel kleineren Dimensionen als normal produziert werden.
Der MCV-Wert (mittleres korpuskuläres Volumen) im Bluttest zeigt die Größe der Zelle an. Der Normalwert liegt zwischen 80-100 fl. Ein Absinken des MCV unter 80 beweist, dass die Zellen geschrumpft sind, was eine mikrozytäre Anämie bestätigt.
Weltweit ist die Eisenmangelanämie mit Abstand die häufigste Ursache. Bei Mangelernährung oder Eisenverlust (durch Blutungen) fehlt das Material, um das Zellinnere zu füllen, weshalb die Zelle klein produziert wird.
Bei Thalassämie-Trägern werden die Blutzellen genetisch bedingt ebenfalls mikrozytär (sehr klein) gebildet. Wird fälschlicherweise ein Eisenmangel vermutet, kann dies zu einer monatelangen, nutzlosen Eiseneinnahme führen. Die Unterscheidung erfolgt durch Tests der Eisen- und Ferritinspeicher.
Da die Zellen klein sind, können sie nicht genügend Sauerstoff transportieren. Chronische Müdigkeit, Atemnot beim Treppensteigen, Herzklopfen, Schwindel, Blässe der Haut und manchmal das Verlangen, Erde/Eis zu essen (Pica-Syndrom), werden beobachtet.
Nach dem Nachweis niedriger MCV- und Hämoglobinwerte im Hämogramm werden die Eisen-, Eisenbindungskapazitäts- und Ferritinwerte (Speicher) im Blut untersucht. Handelt es sich um einen Eisenmangel, erfolgt die Behandlung durch eine monatelange orale oder intravenöse Eisensubstitution.
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