Allgemeine Informationen zu Strabismus
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um den Verlust der okulären Parallelität und die Abweichung der Augen in verschiedene Richtungen aufgrund einer unkoordinierten Kontraktion der sechs extraokularen Muskeln, die für die Augenmotilität verantwortlich sind.
Hierbei handelt es sich um eine optische Täuschung, bei der die Augen nach innen abzuweichen scheinen, oft verursacht durch eine breite Nasenwurzel und ausgeprägte Epikanthusfalten bei Säuglingen. Mit dem Wachstum der kindlichen Gesichtspartien verschwindet diese Erscheinung spontan (Es liegt kein echtes Schielen vor).
Die primäre Ursache ist eine ausgeprägte Hypermetropie (Weitsichtigkeit). Um ein scharfes Bild zu erzeugen, akkommodiert das Kind übermäßig, was eine Einwärts-Abweichung provoziert. Fieberhafte Erkrankungen, Krampfanfälle oder physische Traumata triggern in der Regel lediglich einen bereits genetisch prädisponierten Strabismus, der in diesem Moment manifistiert.
Während der Kortex im Kindesalter das Bild des abweichenden Auges unterdrückt (Amblyopie), ist das plötzliche Auftreten von Strabismus mit Doppelbildern (Diplopie) bei Erwachsenen ein ernsthaftes Warnsignal. Dies entwickelt sich häufig infolge von Diabetes, schwerer Hypertonie, zerebralen Blutungen (Schlaganfall) oder Hirntumoren, die Hirnnerven komprimieren, und erfordert eine notfallmäßige MRT-Diagnostik.
Das therapeutische Vorgehen variiert je nach Klassifikation des Strabismus.
Akkommodativer (hypermetroper) Strabismus: Kann zu 100% und nicht-invasiv durch eine präzise KORREKTIONSBRILLE therapiert werden. Die Abweichung korrigiert sich, sobald die Brille getragen wird.
Bei Vorliegen einer Amblyopie: Es erfolgt eine Okklusionstherapie, bei der das dominante Auge abgeklebt wird (3-4 Stunden täglich), um den visuellen Kortex zur Nutzung des amblyopen Auges zu zwingen.
Wenn die Fehlstellung refraktär gegenüber einer optischen Korrektur ist (oder strukturelle muskuläre Anomalien vorliegen), ist eine Strabismuschirurgie indiziert. In Vollnarkose wird eine millimetrische Inzision in die Bindehaut vorgenommen. Hyperaktive Muskeln werden zurückgelagert (geschwächt), während hypoaktive Muskeln reseziert (gestärkt) werden. Dadurch wird die okuläre Ausrichtung wiederhergestellt, was sowohl zu einer ästhetischen als auch funktionellen Rehabilitation führt.
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