Allgemeine Informationen zur Sepsis
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um ein Syndrom, bei dem das Immunsystem, das den Körper normalerweise vor Infektionen schützt, mit einer übermäßigen Kettenreaktion antwortet und neben dem Erreger auch die eigenen gesunden Organe (Niere, Herz, Lunge) attackiert und zum Versagen bringt.
Selbst ein banaler Harnwegsinfekt, eine Pneumonie, eine offene Wunde oder ein perforierter Blinddarm können dazu führen, dass Bakterien in den Blutkreislauf gelangen und eine Sepsis auslösen.
Dies ist die schwerste und absolut lebensbedrohliche Phase der Sepsis. Durch die systemische Inflammation kommt es zu einer massiven Vasodilatation (Gefäßerweiterung); der arterielle Blutdruck fällt so dramatisch ab, dass die Organperfusion zusammenbricht und der Zelltod einsetzt.
Klinische Anzeichen sind extreme Hyper- oder Hypothermie, massiver Schüttelfrost, ausgeprägte Tachykardie (Herzrasen), Tachypnoe (schnelle und erschwerte Atmung), Anurie (Ausbleiben der Urinausscheidung), marmorierte Haut sowie schwere Bewusstseinsstörungen (Enzephalopathie).
Geriatrische Patienten (über 65 Jahre), Säuglinge unter 1 Jahr, Personen mit onkologischen oder diabetischen Grunderkrankungen sowie immunsupprimierte Patienten (z.B. nach Organtransplantation) sind extrem anfällig für septische Verläufe.
Bei der Sepsis gilt die 'Golden Hour'-Regel. Wenn dem Patienten nicht innerhalb der ersten Stunde nach Diagnosestellung intravenös Breitbandantibiotika und eine aggressive Volumensubstitution verabreicht werden, steigt das Mortalitätsrisiko mit jeder verstreichenden Stunde exponentiell an.
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