Allgemeine Informationen zur Cyberchondrie
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um die Hypochondrie des digitalen Zeitalters. Die Person verbringt Stunden damit, geringfügige körperliche Missempfindungen (wie Muskelzucken, leichte Kopfschmerzen, Blähungen) online zu recherchieren, stellt sich aufgrund der Informationsflut selbst fatale Diagnosen und verfällt in massive Panikzustände.
Bei der Hypochondrie fürchtet der Patient generell die Krankheit und sucht wiederholt ärztlichen Rat. Bei der Cyberchondrie sind der primäre Auslöser und der Verstärker der Angst das Internet und die Suchmaschinen. Die Online-Recherche beruhigt nicht, sondern potenziert die Angst.
Täglicher stundenlanger Konsum von Gesundheitsforen, das Misstrauen gegenüber ärztlichen Entwarnungen zugunsten von Internetquellen, das ständige zwanghafte Messen von Vitalparametern (Puls/Temperatur) sowie die Interpretation selbst einer simplen Hautläsion als 'malignes Melanom'.
Die Diagnose wird durch eine klinische Exploration eines Psychologen oder Psychiaters gestellt, wenn das exzessive Suchverhalten die alltägliche Funktionalität erheblich einschränkt und zu schwerer, unkontrollierbarer Gesundheitsangst führt.
Die Grundvoraussetzung ist eine strikte 'digitale Diät', also das Verbot, Symptome online zu googeln. Durch die kognitive Verhaltenstherapie (KVT) lernt der Patient, die Katastrophisierung körperlicher Signale zu unterlassen. Bei hochgradiger Angst und zwanghaften Verhaltensmustern werden unterstützend Antidepressiva in den Behandlungsplan integriert.
Die Inhalte unserer Gesundheitsbibliothek dienen nur zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung. Bei Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen bezüglich Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.



