Allgemeine Informationen zu Windpocken
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es ist eine hochkontagiöse Viruserkrankung, die nach dem Eindringen des Varizella-Zoster-Virus in den Körper ausbricht. Sie zeigt sich in einem generalisierten, extrem juckenden Hautausschlag, der im Gesicht beginnt, sich über den Rumpf ausbreitet und aus roten Knötchen besteht, die sich rasch in klare, flüssigkeitsgefüllte Bläschen verwandeln.
Sie zählt zu den ansteckendsten Kinderkrankheiten überhaupt. Das Virus verbreitet sich über die Luft (durch winzige Tröpfchen, die beim Husten oder Niesen des Patienten ausgestoßen werden) sowie durch direkten physischen Kontakt mit der hochinfektiösen Flüssigkeit in den Hautbläschen (Schmierinfektion).
Der Patient ist bereits 1 bis 2 Tage vor Ausbruch des sichtbaren Hautausschlags infektiös. Die Ansteckungsgefahr bleibt so lange bestehen, bis absolut jedes einzelne flüssigkeitsgefüllte Bläschen am gesamten Körper geplatzt ist, verkrustet und vollständig eingetrocknet ist (dies dauert meist etwa 1 Woche bis 10 Tage).
Von Natur aus heilen die oberflächlichen Läsionen der Windpocken narbenfrei ab. Wenn die juckenden Bläschen jedoch durch heftiges Kratzen mit den Fingernägeln vorzeitig eröffnet werden und sich die Wunde daraufhin mit Bakterien infiziert (Superinfektion), können kleine, pockenartige Vertiefungen als dauerhafte Narben auf der Haut zurückbleiben.
Nach einer durchgestandenen Windpocken-Erkrankung wird das Virus nicht aus dem Körper eliminiert, sondern zieht sich in die Nervenwurzeln (Spinalganglien) am Rückenmark zurück und 'schläft'. Wenn das Immunsystem Jahrzehnte später durch starken psychischen Stress, Alterung oder Medikamente geschwächt wird, kann das Virus reaktiviert werden. Es wandert entlang der Nervenbahnen an die Hautoberfläche und verursacht die äußerst schmerzhafte Gürtelrose (Herpes Zoster).
Zur Fiebersenkung darf einem an Windpocken (oder einer anderen Virusinfektion) erkrankten Kind niemals Aspirin (Acetylsalicylsäure) verabreicht werden. Diese Kombination löst das gefürchtete und oft tödliche 'Reye-Syndrom' aus, das zu einer massiven Schwellung des Gehirns (Hirnödem) und einem rasanten Leberversagen führt. Zur Behandlung genügen juckreizstillende Lotionen, Paracetamol gegen Fieber und tägliche, beruhigende lauwarme Bäder.
Die Inhalte unserer Gesundheitsbibliothek dienen nur zu Informationszwecken und basieren auf wissenschaftlichen Daten zum Zeitpunkt der Aufzeichnung. Bei Fragen, Bedenken, Diagnosen oder Behandlungen bezüglich Ihrer Gesundheit wenden Sie sich bitte an Ihren Arzt oder eine Gesundheitseinrichtung.



