Allgemeine Informationen über das Topsy-Turvy-Syndrom
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Es handelt sich um eine sehr beängstigende, aber extrem seltene neurologische Wahrnehmungstäuschung (Illusion), die dazu führt, dass der Betroffene die visuelle Welt für Sekunden oder Minuten um 180 Grad verdreht, also „auf dem Kopf stehend“ oder zur Seite gekippt, wahrnimmt.
Nein. Das Auge als Organ nimmt das Licht und die Objekte völlig normal wahr. Bei der Verarbeitung der vom Auge an das Gehirn (insbesondere an den Okzipitallappen und das Gleichgewichtszentrum) gesendeten Signale kommt es jedoch zu einem „Kurzschluss“, sodass das Bild vom Gehirn umgedreht ins Bewusstsein übertragen wird.
Es entsteht in der Regel infolge von Gefäßverschlüssen in den hinteren Hirnversorgungsgebieten (vertebrobasiläre Ischämie/Schlaganfall), Hirnstamminfektionen, schweren Schädel-Hirn-Traumata, Hirntumoren oder extrem starken Migräneattacken mit Aura.
Da das Problem nicht von den Augen ausgeht, führt es nicht zur Erblindung. Der Zustand des auf dem Kopf stehenden Bildes ist meist auch nur vorübergehend; sobald die zugrunde liegende Ursache (wie ein Migräneanfall) abklingt oder der Schlaganfall medizinisch behandelt wurde, korrigiert das Gehirn die Bilddarstellung wieder.
Dieser Zustand stellt immer ein absolutes neurologisches Warnsignal dar. Sobald das Phänomen auftritt, muss sofort eine neurologische Untersuchung und ein MRT (Magnetresonanztomographie) des Gehirns durchgeführt werden, um nach Einblutungen oder Gefäßverschlüssen im hinteren Hirnbereich zu suchen.
Es gibt kein einzelnes Medikament nur für dieses Syndrom an sich. Ist eine Migräne die Ursache, werden migräneprophylaktische Medikamente verabreicht. Handelt es sich um einen Gefäßverschluss (Schlaganfall), werden in den ersten Stunden blutverdünnende oder gerinnselauflösende Therapien (Thrombolyse) angewandt, um dauerhafte Schäden am Hirngewebe zu verhindern.
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