Allgemeine Informationen über Harnleitersteine
Krankheitsdetails und häufig gestellte Fragen
Er entsteht, wenn harte Steine, die durch die Kristallisation von beim Filtern des Urins in der Niere angesammelten Mineralien gebildet wurden, die Niere verlassen, in den sehr engen und dünnen Schlauch (Harnleiter), der zur Harnblase führt, abrutschen und dort stecken bleiben.
Der Durchmesser des Harnleiters beträgt nur wenige Millimeter. Verstopft der Stein diese Engstelle, staut sich der Urin zurück in die Niere. Die Niere beginnt anzuschwellen (Hydronephrose) und die Nierenkapsel wird gedehnt. Diese plötzliche Dehnung reizt die Nerven in der Kapsel und löst einen messerstichartigen, vernichtenden Schmerz aus, der als 'Nierenkolik' bezeichnet wird. Dieser Schmerz wird von weiblichen Patientinnen oft als noch schlimmer als Wehenschmerzen beschrieben.
Das deutlichste Symptom ist ein wellenartiger, krampfhafter Schmerz, der in der rechten oder linken Flanke (Lende) beginnt und nach unten in die Leistengegend und die Fortpflanzungsorgane (bei Männern in die Hoden) ausstrahlt. Da die Dehnung der Niere auch das vegetative Nervensystem reizt, wird der Schmerz häufig von starker Übelkeit, Erbrechen, ständigem Harndrang und Blut im Urin (Hämaturie) begleitet.
Ist der Stein kleiner als 5-6 Millimeter (0,5 cm), besteht eine hohe Wahrscheinlichkeit, dass er innerhalb von 1-2 Wochen von selbst abgeht. Dies kann durch reichliches Trinken (Wasser), körperliche Bewegung und die Einnahme bestimmter prostatagängiger Medikamente (Alpha-Blocker), die den Kanal weiten, unterstützt werden. Steine, die größer als 7-8 mm sind, bleiben jedoch in der Regel im Harnleiter stecken und bedürfen einer medizinischen Intervention.
Der Goldstandard für die Diagnose in der Notaufnahme oder in der Ambulanz ist die Computertomographie (Nativ-CT) des Abdomens (ohne Kontrastmittel). Die CT zeigt mit 100%iger Genauigkeit, an welcher Stelle der Stein festsitzt, wie viele Millimeter groß er ist, wie stark er die Niere aufgestaut hat (Hydronephrose) und wie hoch die Dichte/Härte (Hounsfield-Einheiten) des Steins ist.
Wenn der Stein nicht von alleine abgeht, ist ein Eingriff zwingend erforderlich, da sonst die Gefahr besteht, dass die Niere geschädigt wird (Funktionsverlust) oder eine lebensbedrohliche Infektion (Urosepsis) entsteht.
URS (Ureteroskopie): Dies ist heutzutage die am häufigsten durchgeführte minimal-invasive Operationsmethode. Der Patient wird narkotisiert, es erfolgen keinerlei Schnitte am Körper. Der Arzt führt eine ultradünne Kamera mit Lichtleiter über den natürlichen Weg durch die Harnröhre bis in den Harnleiter ein, um direkt zum Stein zu gelangen. Der Stein wird dort mittels eines Holmium-Lasers in sandkorngroße Stücke pulverisiert und die größeren Fragmente werden mit speziellen Körbchen (Drahtkörbchen) entfernt. Der Patient kann in der Regel noch am selben Tag steinfrei und schmerzfrei nach Hause entlassen werden.
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